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Digitale Rückverfolgbarkeit von Kunststoffen dank Blockchain-Technologie: ein Vorbild für alle Branchen

Jede Branche, die ihre CO₂-Emissionen verringern will, muss die Materialien in ihrer Produktions-Wertschöpfungskette zurückverfolgen können. Covestro und mehrere andere Anbieter haben sich mit Porsche und Circularise, dem Startup für Blockchain-Transparenz, zusammengetan, um über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg einen digitalen Zwillings („Digital Twin“)- Pfad zu bahnen, mit dessen Hilfe Kunststoffe für Porsche-Autos zurückverfolgt und die CO₂-Emissionen überwacht werden können.

Die Autoindustrie strebt nach Transparenz in der Wertschöpfungskette

Wie viele andere Branchen auch unterliegt die Automobilbranche immer strengeren Umweltanforderungen, denen die steigenden Ansprüche der Verbraucher und der Behörden an die Rückverfolgbarkeit von Materialien und die Transparenz der CO₂-Bilanz eines jeden Produkts zugrunde liegen. 
 
Ein normales Auto setzt sich aus etwa 30.000 verschiedenen Bauteilen zusammen, die wiederum aus Rohstoffen wie Aluminium, Eisenerz, Gummi, Glas und Kunststoffen bestehen. Das macht die Ermittlung der CO₂-Bilanz bei der Automobilherstellung auch so schwierig, denn Autohersteller müssen eine Analyse der Wertschöpfungskette durchführen, die sich weit über den Fertigungsprozess hinaus über den ganzen „Lebenszyklus“ erstreckt – von der Beschaffung von Materialien von mehreren Anbietern über den Gebrauch durch den Konsumenten bis hin zur Demontage des Autos. 
 
Die Vorstellung, dieses detaillierte Bild der Lieferkette in seine Puzzleteile zu zerlegen, lässt aber sofort datenschutzrechtliche Bedenken aufkommen. Schließlich verschafft der Besitz geschützter Informationen über die Zusammensetzung bestimmter Materialien oder Daten darüber, wer wen beliefert, Wettbewerbsvorteile über die ganze Automobil-Wertschöpfungskette hinweg. Trotzdem kann man auf detaillierte Materialinformationen natürlich nicht verzichten, wenn man die CO₂-Bilanz, den Wasserverbrauch und andere wichtige Nachhaltigkeits-Indikatoren im Produktionsprozess ermitteln will.  Diese Arten von Informationen helfen Autoherstellern, bessere Entscheidungen zu treffen, wenn es darum geht, nachhaltige Materialien für die Fahrzeuge der Zukunft zu wählen.

Die Lösung: Der Einsatz von Blockchain-Technologie zur Schaffung eines „digitalen Zwillings“ für jede Materialcharge

Um dieses Dilemma in Sachen Nachhaltigkeit der Lieferkette zu lösen, hat sich der renommierte Autohersteller Porsche mit mehreren zukunftsorientierten Unternehmen zusammengetan, zu denen neben Circularise, einem niederländischen Startup für Lieferketten-Transparenz, auch mehrere innovative Materialanbieter wie Covestro, Borealis und Domo Chemicals gehören. Zusammen riefen sie ein Materialrückverfolgbarkeitsprojekt ins Leben, das auf Blockchain-Technologie basiert. 
 
Der Kerngedanke besteht darin, Vertrauensfragen und datenschutzrechtlichen Belangen dadurch Rechnung zu tragen, dass für jede Materialcharge ein virtueller Blockchain-Pfad des Typs „digitaler Zwilling“ angelegt wird, der sich über die ganze Wertschöpfungskette erstreckt. Dieser „digitale Zwilling“ besitzt alle relevanten Informationen über die Charge – wie etwa ihre Herkunft, ihre Umweltbilanz, ihren Anteil an recycelten Materialien und vieles mehr. 
 
Sobald die Materialien digitalisiert, verpackt und mit QR-Code-Etiketten versehen wurden, können die verschiedenen Akteure der Lieferkette den digitalen Zwilling „aktualisieren“, um neuen Fertigungsprozessen Rechnung zu tragen. Dieser virtuelle Pfad wird zu einer Simulation, die erkennen lässt, was mit einer bestimmten Materialprobe im realen Leben passiert. Gleichzeitig integriert Circularise patentierte „Smart-Questioning“-Technologie in die Blockchain, um die Identität, die Geschäftsbeziehungen und die vertraulichen Informationen aller Akteure der Wertschöpfungskette zu schützen.

„Wir müssen mehr über die Bauteile und Materialien wissen, die in unseren Produkten verwendet werden, also auch über die Fertigungsprozesse am Anfang der Lieferkette, den Anteil recycelter Materialien und vieles mehr.“

Antoon Versteeg

Projektleiter Innovation Research bei Porsche

Realitätsprüfung für den digitalen Pfad: Verifikation

Die Fähigkeit, den Weg jedes Bauteils mittels Blockchain-Technologie verfolgen zu können, ermöglicht einen neuen Grad an Transparenz. Porsche verwendet die „Digital-Twin-Technologie“ sogar für eine Mobiltelefon-App, mit deren Hilfe Autobesitzer ihr eigenes Fahrzeug von Grund auf analysieren können. Indem sie einen Teil des Autos scannen, können Kunden erkennen, woraus es wirklich besteht, woher seine einzelnen Teile kommen, und welche Auswirkungen sie auf die Umwelt haben. So wird durch digitale Blockchain-Technologie die Nachhaltigkeit der Lieferkette im wahrsten Sinne des Wortes sichtbar.
 
Da die Blockchain, um glaubwürdig zu sein, die physische Realität widerspiegeln muss, ist die Verifizierung unerlässlich. Das bedeutet, dass jede Materialcharge von einem unabhängigen Dritten geprüft werden muss, um sicherzugehen, dass die Eigenschaften des Materials, seine Herkunft und die damit verbundenen Nachhaltigkeitsangaben richtig sind.

„Wir finden, dass Transparenz nicht auf Kosten der Privatsphäre und Vertraulichkeit gehen sollte. Deshalb haben wir eine Technologie entwickelt (die schon zum Patent angemeldet ist), die uns in die Lage versetzt, überprüfte Angaben auf öffentlichen Blockchains zu machen, ohne die zugrunde liegenden sensiblen Daten preiszugeben.“

Mesbah Sabur

Gründer von Circularise

Alles in allem ist die Materialrückverfolgbarkeit also durchaus machbar und wird die Zukunft bestimmen, sogar in komplexen Branchen. Schließen Sie sich uns an!

Indem wir gemeinsam mit Circularise und Porsche einen neuen digitalen Pfad in der Automobil-Wertschöpfungskette angelegt haben, haben wir bewiesen, dass Lieferkettentransparenz und Materialrückverfolgbarkeit zu Nachhaltigkeitszwecken möglich sind – selbst bei komplexen Produkten. Das ist ein großer Schritt nach vorn, wenn es darum geht, Branchen wie der Automobilbranche zu helfen, ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.
 
Covestro baut derzeit eine ganze Reihe von Partnerschaften über die ganze Wertschöpfungskette in vielen Sektoren auf, um gemeinsam mit anderen Akteuren neue Lösungen für alternative Rohstoffe, innovatives Recycling und erneuerbare Energie zu finden. Wenden Sie sich am besten gleich an Ihren Ansprechpartner bei Covestro, und helfen Sie uns, die Wirtschaft zirkulärer zu machen!

„Uns liegt es wirklich am Herzen, Informationen auszutauschen und transparenter zu sein, ohne dabei den Datenschutz zu verletzen. Da zum Beispiel die Kenntnis der Zusammensetzung von Materialien Wettbewerbsvorteile verschafft, würden wir solche Informationen niemals preisgeben. Circularise hilft uns, die Vertraulichkeit solcher Daten zu wahren und nur die Informationen preiszugeben, die auf dem Weg vom Rohstoffhersteller zum Aufbereiter unbedingt nötig sind. Und so können wir den Kreis schließen.“

Uwe Peuker

Vice President Regional Product Management Polycarbonates

Wesentliche Vorteile

  • Rückverfolgbar: Blockchain-Technologie versetzt Sie in die Lage, jede Materialcharge zurückzuverfolgen.
  • Transparent: „Digital-Twin-Technologie“ erbringt den Nachweis für den Einsatz nachhaltiger Materialien.
  • Kooperativ: Wertschöpfungsketten-Partner bringen den digitalen Pfad ständig auf den neusten Stand, um Veränderungen der Materialprozesse Rechnung zu tragen.
  • Vertraulich: Informationen über die Materialzusammensetzung und Lieferantenidentität werden geschützt.

Von der Vision zur Realität:

Partnerschaften, um Kunststoffe nachhaltiger zu machen

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