Polyurethane insulation boards enable lightweight roof renovation
Story

Bio-attribuierte Polyurethan-Dämmung für die leichte Sanierung von Gewerbedächern

Stimmen aus der Praxis: Marco Prediger, Bauleiter bei der Wierig GmbH, und Ralf Scheffler, Geschäftsführer der Linzmeier Bauelemente GmbH, über statische Grenzen, nachhaltige Materialentscheidungen und die Zukunft der Dachdämmung.
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Die energetische Sanierung von Bestandsgebäuden verlangt heute mehr als nur bessere Dämmwerte. Insbesondere bei Gewerbeimmobilien treffen steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und zusätzliche Nutzungen wie Photovoltaik häufig auf Tragstrukturen, die dafür ursprünglich nie ausgelegt waren.

Leichte und gleichzeitig leistungsstarke Dämmstoffe sind daher entscheidend, wenn Gewerbedächer ihre statischen Lastgrenzen erreichen – insbesondere dann, wenn zusätzliche Photovoltaikanlagen geplant sind.

Genau diese Situation fand sich bei einem Baumarkt in Bonn. Die Dachflächen sollten energetisch ertüchtigt und für eine PV-Anlage vorbereitet werden – bei nahezu vollständig ausgeschöpften Lastreserven. Die Projektbeteiligten standen damit vor der Frage, wie sich technische Machbarkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang bringen lassen.

Wie lässt sich ein Gewerbedach an seiner statischen Belastungsgrenze sanieren?

Marco Prediger (Wierig GmbH) beschreibt die Ausgangslage klar:
Von Beginn an war das Projekt als energetische Sanierung mit starkem Nachhaltigkeitsfokus konzipiert. Nach Prüfung der Bestandspläne und der Entnahme von Dachproben wurde jedoch deutlich, dass die verfügbaren Lastreserven unter Berücksichtigung von Dämmung, Abdichtung und der geplanten Photovoltaikanlage vollständig ausgeschöpft waren.

Besonders anspruchsvoll war die vorhandene Bimsdielendecke, die als Tragschale diente. Eine mechanische Befestigung des Dachaufbaus kam aus statischen Gründen nicht infrage. Damit war früh klar: Wenn eine Lösung funktionieren sollte, dann nur mit einem möglichst leichten Dämmstoff und einem vollständig verklebten Aufbau.

Polyurethane insulation boards enable lightweight roof renovation

Materialentscheidung unter engen Rahmenbedingungen: Warum PU-Dämmung zum entscheidenden Faktor wurde

Vor diesem Hintergrund fiel die Wahl auf die nachhaltigeren LINITHERM LOOP Polyurethan-Dämmplatten. Für Marco Prediger waren neben der Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks mehrere Faktoren entscheidend: die sehr gute Wärmeleitfähigkeit, das geringe Eigengewicht und die Möglichkeit, den Dachaufbau ohne zusätzliche mechanische Fixierung auszuführen.

Hinzu kamen aus seiner Sicht praktische Aspekte, die bei Bestandsprojekten oft entscheidend sind: die Vielseitigkeit des Systems, freigegebene Verarbeitungsoptionen und ein verlässlicher technischer Support durch den Hersteller. Wirtschaftlichkeit und Verfügbarkeit spielten ebenfalls eine Rolle – allerdings nicht als primäre Treiber, sondern als notwendige Rahmenbedingungen für eine reibungslose Umsetzung.

Für Projekte mit vergleichbaren statischen Einschränkungen sei vor allem die Flexibilität des Systems entscheidend, so Prediger. Die Kompatibilität mit Fremdprodukten und die Möglichkeit, unterschiedliche Detailausbildungen sicher umzusetzen, hätten wesentlich zur Planungssicherheit beigetragen.

Nachhaltigkeit ohne Leistungseinbußen: Bio-attribuierte¹ PU-Rohstoffe als Teil der Lösung

Ralf Scheffler (Linzmeier Bauelemente GmbH) hebt einen weiteren entscheidenden Aspekt der Materialwahl im Bonner Projekt hervor: Nachhaltigkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette unter strengen statischen Rahmenbedingungen.

Die im Bonner Projekt eingesetzten LINITHERM LOOP Dämmsysteme enthalten nachhaltigere Polyurethan-Rohstoffe, darunter das MDI Desmodur® CQ von Covestro, das fossile Rohstoffe teilweise ersetzt. Diese Rohstoffe stammen aus erneuerbaren Quellen und sind direkt in die Produktformulierung integriert.

Für die Kunden und den Bauherrn bedeutete dies eine messbare Reduzierung des CO₂-Fußabdrucks des Dachaufbaus – ohne zusätzliches Gewicht oder Leistungseinbußen. Die thermische Effizienz, Stabilität und Dauerhaftigkeit blieben vollständig erhalten und ermöglichten die geplante energetische Sanierung sowie die Installation der Photovoltaikanlage innerhalb der vorhandenen Lastreserven. Laut Scheffler wurde Nachhaltigkeit in diesem Projekt nicht durch Kompromisse erreicht, sondern durch Materialinnovation – ohne Abstriche bei Qualität oder Verarbeitbarkeit.

Umsetzung auf der Baustelle: Wenn Details den Unterschied machen

In der praktischen Ausführung bestätigte sich die Materialwahl aus Sicht der Wierig GmbH. Die PU-Dämmplatten ließen sich laut Marco Prediger sehr gut verarbeiten. Insbesondere das Handling der kleinformatigen Platten erwies sich als Vorteil, da auch anspruchsvolle Anschlussdetails sauber ausgeführt werden konnten – ohne die Entstehung von Wärmebrücken.

Der entscheidende Moment kam für ihn nicht in der Planungsphase, sondern während der Bauausführung. Gerade bei komplexen Details zeigte sich die Produktqualität. In der anschließenden gemeinsamen Nachbesprechung mit Fachplanern, Auftraggeber und Ausführungsteam bestand Einigkeit darüber, dass die getroffenen Entscheidungen richtig waren – technisch wie konzeptionell.

Bei Projekten wie diesem endet Theorie sehr schnell. Wenn die Lastreserven ausgeschöpft sind, müssen Materialien exakt so funktionieren wie geplant – sonst steht das gesamte Konzept infrage.

Marco Prediger

Bauleiter, Wierig GmbH

Marktakzeptanz und Ausblick: Wie sich nachhaltige Dämmstoffe etablieren

Nachhaltigkeit schafft nur dann echten Mehrwert, wenn sie sich nahtlos in bestehende Planungs- und Bauprozesse integrieren lässt – ohne die Art zu verändern, wie gebaut wird.

Ralf Scheffler

Geschäftsführer, Linzmeier Bauelemente GmbH

Auch aus Marktsicht beobachtet Ralf Scheffler eine klare Entwicklung. Dachdecker, Planer und Architekten stünden zunehmend unter dem Druck, nachhaltige Materialien einzusetzen – gleichzeitig müssten die Lösungen praxiserprobt und zuverlässig sein. Genau an dieser Schnittstelle stoßen Dämmstoffe auf PU-Basis mit verbesserter Umweltbilanz auf großes Interesse.

Während Planer insbesondere die verbesserte ökologische Bewertung schätzen, heben Verarbeiter vor allem die unkomplizierte Verarbeitung und die gleichbleibend hohe Qualität hervor. Nachhaltige Alternativen müssten heute vor allem eines leisten: sich nahtlos in bestehende Planungs- und Bauprozesse integrieren lassen.

Für die Zukunft nachhaltiger Dämmstoffe sieht Scheffler den klaren Fokus auf Materialien, die über den gesamten Lebenszyklus überzeugen – von der Rohstoffgewinnung über die Nutzungsphase bis hin zur Recyclingfähigkeit. Getrieben werde diese Entwicklung durch strengere regulatorische Vorgaben, steigende Energieeffizienzanforderungen und ein wachsendes Bewusstsein für Klimaschutz im Gebäudesektor.

Fazit

Das Projekt in Bonn zeigt exemplarisch, wie sich technische Leistungsfähigkeit, statische Machbarkeit und Nachhaltigkeit auch im Bestand miteinander verbinden lassen. Entscheidend war dabei nicht eine einzelne Innovation, sondern das Zusammenspiel aus geeigneter Materialwahl, enger Zusammenarbeit entlang der Wertschöpfungskette und praxiserprobter Umsetzung auf der Baustelle.


1 bio-attributiertes Dämmmaterial nach dem Massenbilanzansatz

Wesentliche Vorteile

  • Leicht: Ermöglicht Dachsanierungen trotz minimaler Tragreserven.
  • CO₂-reduziert: Verringert den CO₂-Fußabdruck durch den Einsatz biobasierter Rohstoffe.
  • Leistungsstark: Bietet hohe Dämmleistung bei geringem Gewicht.
  • Praxistauglich: Unterstützt vollverklebte Systeme und komplexe Details im Bestand.
  • Übertragbar: Geeignet für unterschiedliche Gewerbedachsanierungen und Dachaufbauten.

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