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Mythen und Fakten zum Lebensende kosmetischer Inhaltsstoffe

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Körperpflegeprodukte beenden ihren Lebenszyklus im Wasser, wo eine schlechte biologische Abbaubarkeit ein Problem darstellt. Aber was genau bedeutet es, wenn ein Produkt biologisch abbaubar ist? Sind Naturprodukte immer besser biologisch abbaubar als ihre synthetischen Alternativen? Wir haben sechs verbreitete Auffassungen zur biologischen Abbaubarkeit unter die Lupe genommen, um die Dinge richtig zu stellen.

1. Der biologische Abbau passiert einfach.
Der biologische Abbau ist eigentlich ein aktiver Prozess. Mikroorganismen wie Bakterien und Pilze erledigen einen Großteil der Arbeit, indem sie organisches Material zersetzen und die Nährstoffe zur Energiegewinnung sowie für das Wachstum verwenden oder sie der Umwelt zur Verfügung stellen. Wind und Licht können chemische Bindungen schwächen und den biologischen Abbau beschleunigen. Die Temperatur und andere Umweltbedingungen beeinflussen den Prozess ebenfalls.
2. Der biologische Abbau ist ein Vorgang des Verschwindens.
In gewisser Weise schon. Ist ein Produkt biologisch abbaubar, zersetzt es sich, und der Kohlenstoff sowie die anderen Elemente in seinen Molekülen machen sich startklar für einen Neuanfang. Sobald sie zerfallen sind, können sie in neue Biomasse aufgenommen werden und später in einer anderen Form wieder auftauchen.
3. Beim biologischen Abbau ist die Zeit von Bedeutung.
Das ist vollkommen richtig. Bei der Beurteilung der biologischen Abbaubarkeit eines Stoffs geht es nicht nur um die Frage „Kann er biologisch abgebaut werden?“ Wir wollen außerdem wissen: „Wie lange dauert der biologische Abbau?“ Der entscheidende Faktor ist, wie schnell dieser Prozess abläuft. Nach den OECD-Normen werden beispielsweise Stoffe mit der Einstufung „biologisch leicht abbaubar“ unter Prüfbedingungen, die dem Zustand in einer Wasseraufbereitungsanlage nachempfunden sind, innerhalb von 28 Tagen zu mindestens 60 % abgebaut. Persistente Stoffe können im Gegensatz dazu über Hunderte von Jahren unverändert bleiben.
4. Nur Naturprodukte sind biologisch abbaubar.
In Abhängigkeit von ihrer Zusammensetzung können auch synthetische Stoffe biologisch abbaubar sein – manchmal sogar besser und schneller als einige natürliche Stoffe. Manche Polyurethantypen enthalten z. B. chemische Bindungen, die in der Natur vorkommen und leicht biologisch abbaubar sind. Synthetische Polymere wie Polyolefine oder Polyacrylate sind hingegen nicht allgemein biologisch abbaubar und können sich in der Umwelt ansammeln.
5. Natürliche Polymere in Kosmetikprodukten sind besser biologisch abbaubar.
Natürlich bedeutet nicht immer besser biologisch abbaubar. Einige natürliche Polymere sind sehr stabil und bei ihnen kann der biologische Abbau länger dauern als bei synthetischen Polymeren. Bei kosmetischen Inhaltsstoffen werden natürliche Polymere wie Zellulose häufig chemisch modifiziert, um ihre Wirkung oder Verträglichkeit in Formulierungen zu verbessern. Diese Veränderungen können die biologische Abbaubarkeit erheblich verschlechtern.
6. Flüssigpolymere, die in Haarstyling-Produkten verwendet werden, sind in Wasser biologisch abbaubar.
Die biologische Abbaubarkeit eines Polymers richtet sich hauptsächlich nach seiner chemischen Struktur und nicht nach seiner physikalischen Form. Ein flüssiges oder wasserlösliches Polymer ist in Wasser nicht zwingend biologisch abbaubar. Die Überprüfung der biologischen Abbaubarkeit jedes einzelnen Stoffes ist daher von entscheidender Bedeutung, um eine mögliche Ansammlung in der Umwelt zu vermeiden. Polyurethan-basierte Flüssigpolymere sind gute Kandidaten für den Einsatz in biologisch abbaubaren Haarstyling-Formulierungen, da sie natürlich vorkommende Verbindungen enthalten, die bekanntermaßen in der Umwelt biologisch abgebaut und von Mikroorganismen im Rahmen ihrer natürlichen Stoffwechselaktivität zersetzt werden.

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